Behandelt man so Soldaten? 05.01.2011

Diese Frage muss man sich stellen, wenn man die Berichte verfolgt, die über zurückkehrende Soldaten informieren, die teilweise verletzt und traumatisiert sind. Es gibt dem zu Folge 655 traumatisierte „Rückkehrer“ lt. dem Sanitätsdienst der Bundeswehr. Ihre Zahl ist steigernd.

Trotz ärztlicher Gutachten erkennt die Bundeswehr oft die Krankheit der Soldaten Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nicht an. Die Folge ist, die Bundeswehr drückt sich um die Übernahme der Behandlungskosten und um eine Entschädigung. Es geht ums Geld und da lassen auch die politischen Befürworter dieses Krieges, die Abgeordneten und die Regierung, ihre Soldaten schmählich im Stich.

In der Regel lässt in diesen Fällen, so ein Betroffener ehemaliger Berufssoldat, die Bundeswehr ein Gegengutachten erstellen und setzt dabei alles daran den Beschädigungsgrad unter 50% zu halten, denn erst ab 50% muss die Bundeswehr alle Arztkosten und ggf. eine Entschädigung und eine höhere Rente zahlen. Dazu bedient sich die Bundeswehr sogar externer Ärzte, die ein Gutachten erstellen ohne die Betroffenen jemals selbst gesehen zu haben. Eine Entscheidung nach Aktenlage nennt man dieses Verfahren.
Natürlich können die Betroffenen dagegen klagen und landen dann vor einem Verwaltungsgericht. Das Verfahren kann sich Jahre hinziehen und entschieden wird von Menschen, die sich mit dem, was die Soldaten im Krieg erlebt haben, nicht auskennen, so die Betroffenen.
Aber auch die Verwaltungsämter der Bundeswehr kennen offenbar, so die Betroffen weiter, die Realität in Afghanistan nicht, sie glauben immer noch, dass die Soldaten wie auf Truppenübungsgeländen vom Panzer springen und halten Gefechte über mehrere Stunden mit den Taliban für unmöglich.

Den Betroffenen, für die oft in der Heimat bei den geschilderten Erfahrungen, eine Welt zusammen bricht, hilft die Kriegsopferfürsorge. Diese Organisation (DKOF) besteht aus ehrenamtlichen Mitarbeitern, oft selbst ehemalige Soldaten, die selbst im Auslandseinsatz waren. Sie helfen, um den Betroffenen zu ihrem Recht zu verhelfen im Kampf mit den Behörden und um die Anerkennung ihrer Wehrdienstbeschädigung zu erreichen.

Es ist ein trauriger Kampf, dessen Ausgang oft ungewiss ist und es stellt sich die Frage: Wie passt dazu ein Verteidigungsminister mit Frau auf PR-Tour im Kriegsgebiet und die Aussage beider „wir müssen die Leistung unserer Soldaten anerkennen und zeigen, dass wir hinter ihnen stehen“.

Das ist die traurige Wahrheit. Was die Angehörigen und Familien denken kann sich jeder selbst ausmalen.


gez.: Ulrich Hohn
Ratsmitglied


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